Sakai Hōitsu (1761–1828) war ein bedeutender japanischer Maler und Kalligraf der Edo-Zeit, eine zentrale Persönlichkeit der Rinpa-Schule und einer ihrer wichtigsten Erneuerer an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert. Er wirkte überwiegend in Edo und entstammte einer aristokratischen Samurai-Familie, was ihm eine umfassende Bildung in klassischer Literatur, Dichtung und bildender Kunst ermöglichte.

Hōitsu bekannte sich bewusst zum Erbe der älteren Meister der Rinpa-Schule, insbesondere zu Ogata Kōrin, dessen Werk er nicht nur studierte, sondern auch systematisch verbreitete und interpretierte. Er trug wesentlich zur Bewahrung und Popularisierung von Kōrins Vermächtnis bei, unter anderem durch die Herausgabe illustrierter Alben und durch Gemälde, die sich an dessen Kompositionen orientierten. Zugleich entwickelte er einen eigenständigen Stil, der sich durch eine feinere Linienführung, lyrische Sensibilität und eine kultivierte Farbigkeit auszeichnet.

Typische Motive von Hōitsus Kunst sind Blumen, Pflanzen, Vögel und saisonale Naturthemen, die im Geist dekorativer Eleganz und eines durchdachten Flächenrhythmus gestaltet sind. Seine Arbeiten zeichnen sich durch einen sensiblen Umgang mit leerem Raum, durch den feinen Einsatz von Gold- und Silbergrund sowie durch die Fähigkeit aus, die Vergänglichkeit der Jahreszeiten in scheinbar einfachen Kompositionen auszudrücken. Einen bedeutenden Teil seines Œuvres bilden außerdem Stellschirme und Hängerollen.

Sakai Hōitsu spielte eine entscheidende Rolle bei der Weitergabe der Ästhetik der Rinpa-Schule in der späten Edo-Zeit und beeinflusste nachfolgende Künstlergenerationen nachhaltig. Seine Werke sind heute in führenden internationalen Sammlungen japanischer Kunst vertreten, darunter im Tokyo National Museum, im The Metropolitan Museum of Art in New York, im British Museum in London, in der Freer Gallery of Art in Washington und im Museum of Fine Arts in Boston. Für das deutsche Publikum ist besonders hervorzuheben, dass Werke der Rinpa-Tradition und Beispiele der Kunst seiner Epoche in der Sammlung des Museum für Ostasiatische Kunst in Köln sowie im Museum für Asiatische Kunst in Berlin bewahrt werden. Sein Werk steht exemplarisch innerhalb der Tradition des ukiyo-e.

Sakai Hōitsu gilt heute als Meister der harmonischen Verbindung von dekorativer Schönheit, Poesie und einem tiefen Naturverständnis.