Beschreibung
Quinten Massys – Anbetung der Könige (1526).
Quinten Massys war der bedeutendste Maler Antwerpens in der Zeit, als
die Stadt zur reichsten Handelsstadt Nordeuropas aufstieg. Die Anbetung
der Könige vollendete er 1526, vier Jahre vor seinem Tod, und schrieb
das Datum in den Pfeiler im Hintergrund. Italienische Maler entfalteten
dasselbe Thema in weiten Landschaften. Massys dagegen zwängt die Szene
in einen engen Raum, in dem sich die Figuren förmlich drängen. Diese
Enge ist gewollt und gehört zu den Kennzeichen der Antwerpener Malerei
jener Zeit.
Maria in einem blaugrünen Mantel hält das nackte Kind auf dem Schoß.
Vor ihr kniet der älteste der Könige in einem orangefarbenen Gewand mit
Pelzbesatz, die Hände gefaltet; sein Geschenk hat er bereits auf den
Boden gelegt. Hinter ihm drängt sich das Gefolge, Gesicht an Gesicht,
jedes anders und scharf charakterisiert. Über den Köpfen öffnet sich
zerfallenes Mauerwerk mit hölzernem Gebälk und einem Stück blauem
Himmel.
Massys wurde dafür bewundert, wie er Metall malte. Die Gefäße aus
Goldschmiedehand, die Ketten und Spangen sind mit der Genauigkeit eines
Malers ausgeführt, der solche Waren jeden Tag im Antwerpener Hafen vor
Augen hatte. Das Geschenk der Könige ist hier kein Symbol, sondern ein
wirklicher Gegenstand, an dem man die Arbeit von Menschenhand sieht.
Auf hochwertigem Büttenpapier wird dieses außergewöhnliche Motiv zu
einer besonderen Weihnachtskarte, die zugleich ein kleines Kunstwerk
ist und auch nach den Feiertagen ihren Platz findet.

