Beschreibung
Frederik de Wit – Weltkarte (1660)
Originale historische Karte
Titel: Nova totius terrarum orbis tabula…/
Autor: Wit, Frederik de.
Veröffentlicht: Amsterdam: Frederick de Wit in de Calverstraet in de Witte Paskaert, 1660.
Material: handkolorierte Karte, Papier.
Format: Papier, 46 x 58 cm.
Beschreibung: gehört zu den repräsentativen kartografischen Darstellungen der Welt aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts und spiegelt den Höhepunkt der niederländischen kartografischen Tradition der frühen Neuzeit wider. Das Werk entstand in einer Zeit, in der Amsterdam eines der wichtigsten Zentren der weltweiten Kartografie und des Kartenverlagswesens war.
Die Karte ist in Form zweier Hemisphären konzipiert und durch eine reiche Sammlung ergänzender Karten und Schemata erweitert. Dazu gehören Darstellungen des Nord- und Südpols, der Polarregionen sowie kosmologischer Systeme, die auf antiken und frühneuzeitlichen Traditionen beruhen, einschließlich der ptolemäischen und kopernikanischen Auffassung der Weltordnung. Diese Gruppe von Insets verbindet geografisches Wissen mit astronomischer und kosmologischer Interpretation.
Die künstlerische Gestaltung der Karte wird durch einen dekorativen Rahmen und figürliche Szenen unterstrichen, die den symbolischen und repräsentativen Charakter des Werkes hervorheben. Die Gesamtkomposition verbindet präzise kartografische Zeichnung mit reicher ornamentaler Ausstattung, die typisch für niederländische Karten des 17. Jahrhunderts ist, und zählt zu den bedeutenden Quellen für das Studium des frühneuzeitlichen Weltbildes.
Als Beispiel hochwertiger Historischer Karten und Sammlereditionen historischer Karten dokumentiert dieses Werk die Verbindung von geografischer Erkenntnis, wissenschaftlicher Präzision und barocker Ästhetik.
Text: © AtelierEdition.
Bildquelle: © LOC, Washington.
Kartografische Begriffe
Atlas
Eine Sammlung von Karten, die als zusammenhängendes Werk in Buchform veröffentlicht wurde. In der frühen Neuzeit stellte sie eine Synthese des geografischen Wissens ihrer Zeit dar.
Chorografische Karte
Eine Karte, die ein konkretes Gebiet mit Schwerpunkt auf Ortsnamen und regionaler Gliederung darstellt. Sie steht zwischen der topografischen und der allgemeinen geografischen Karte.
Geografische Projektion
Die Methode zur Übertragung der kugelförmigen Erdoberfläche auf eine ebene Karte. Jede Projektion verzerrt bestimmte Eigenschaften wie Fläche, Entfernung oder Winkel.
Kartusche
Ein dekorativer Rahmen, der den Titel der Karte, den Autor, das Datum oder eine Widmung enthält. Ein bedeutendes Gestaltungselement alter Karten, oft reich verziert.
Mappa mundi
Mittelalterliche schematische Weltkarten, die geografische Darstellung mit religiöser Deutung verbinden. Sie streben keine Genauigkeit an, sondern eine symbolische und kosmologische Darstellung der Welt.
Kupferstich
Eine grafische Technik, bei der das Bild in eine Kupferplatte graviert wird. Sie ermöglicht feine Linienführung und Detailreichtum, typisch für alte kartografische Blätter.
Parerg
Ein ergänzendes dekoratives oder informatives Element einer Karte, etwa eine Nebenkarte, ein Maßstab oder erklärende Legenden. Es ergänzt das Hauptkartenfeld und erweitert dessen Aussage.
Lageplan (Polohopis)
Die Darstellung horizontaler Elemente der Landschaft – Siedlungen, Flüsse, Wege und Grenzen. Eine grundlegende Komponente der kartografischen Beschreibung eines Gebiets.
Portolan
Ein früher Typ von Seekarte mit dichtem Netz von Kurslinien. Diente der Navigation im Mittelmeerraum und entlang der europäischen Küsten.
Revers
Die Rückseite eines Kartenblattes. Bei alten Karten enthält sie häufig einen beschreibenden Text über die dargestellte Region, meist in Latein oder einer Volkssprache.
Stich (Rytina)
Sammelbezeichnung für grafische Techniken, die auf dem Gravieren in eine Druckplatte basieren. Grundlegende Drucktechnik der Kartografie vor der Einführung der Lithografie.
Topografische Karte
Eine Karte, die Gelände, Siedlungen und natürliche Elemente detailliert darstellt. Sie gilt als Vorläufer moderner Karten mit Fokus auf Genauigkeit und Maßstab.
Vedute
Eine detaillierte Ansicht einer Stadt oder Landschaft, häufig aus der Vogelperspektive. Sie steht an der Schnittstelle zwischen Kartografie und bildender Kunst.
Höhenrelief (Výškopis)
Die Darstellung vertikaler Geländeformen – Berge, Täler und Relief. In der historischen Kartografie oft schematisch oder symbolisch ausgeführt.
Geografisches Gradnetz
Ein System aus Breiten- und Längengraden zur Orientierung auf der Karte. Es wurde mit dem Fortschritt von Astronomie und Mathematik zunehmend präzisiert.