Beschreibung
Ivan Fedorovic Michurin – Karte von Moskau
Originale historische Karte
Titel: Plan imperatorskago stolichnago goroda Moskvy.
Autor: Michurin, Ivan Fedorovic, 1700–1763.
Veröffentlicht: Petropoli, 1745.
Material: karte, Papier.
Format: 50 x 54 cm.
Beschreibung: der Plan von Moskau aus der Mitte des 18. Jahrhunderts stellt eine detaillierte kartografische Darstellung der russischen Metropole in einer Zeit ihres dynamischen städtebaulichen Wachstums dar. Die Karte zeigt die radiale Struktur der Stadt, die sich um den Kreml konzentriert und deutlich durch den Verlauf der Moskwa sowie ein Netz von Zuflüssen gegliedert wird.
Das Kartenbild stellt das Straßennetz, die Stadtviertel sowie weitläufige Flächen von Gärten, Feldern und unbebautem Gelände rund um den historischen Stadtkern detailliert dar. Der Schwerpunkt liegt auf Übersichtlichkeit und funktionaler Orientierung, was den administrativen und planerischen Bedürfnissen des zaristischen Russlands des 18. Jahrhunderts entspricht.
Zur Karte gehören außerdem dekorative und orientierende Elemente, darunter eine Windrose sowie ein Titelkartuschenfeld mit allegorischer figuraler Ausstattung, typisch für die zeitgenössische russische Kartografie, die von westeuropäischen Vorbildern inspiriert war.
Das Werk zählt zu den bedeutenden Quellen für das Studium der städtebaulichen Entwicklung Moskaus und gehört zu den gefragten Objekten innerhalb des fachlichen und sammlerischen Interesses an historischen Stadtkarten.
Als hochwertige Sammlereditionen historischer Karten dokumentieren solche Werke die Entwicklung europäischer Stadtkartografie und die urbane Struktur frühneuzeitlicher Metropolen.
Text: © AtelierEdition.
Bildquelle: © LOC, Washington.
Kartografische Begriffe
Atlas
Eine Sammlung von Karten, die als zusammenhängendes Werk in Buchform veröffentlicht wurde. In der frühen Neuzeit stellte sie eine Synthese des geografischen Wissens ihrer Zeit dar.
Chorografische Karte
Eine Karte, die ein konkretes Gebiet mit Schwerpunkt auf Ortsnamen und regionaler Gliederung darstellt. Sie steht zwischen der topografischen und der allgemeinen geografischen Karte.
Geografische Projektion
Die Methode zur Übertragung der kugelförmigen Erdoberfläche auf eine ebene Karte. Jede Projektion verzerrt bestimmte Eigenschaften wie Fläche, Entfernung oder Winkel.
Kartusche
Ein dekorativer Rahmen, der den Titel der Karte, den Autor, das Datum oder eine Widmung enthält. Ein bedeutendes Gestaltungselement alter Karten, oft reich verziert.
Mappa mundi
Mittelalterliche schematische Weltkarten, die geografische Darstellung mit religiöser Deutung verbinden. Sie streben keine Genauigkeit an, sondern eine symbolische und kosmologische Darstellung der Welt.
Kupferstich
Eine grafische Technik, bei der das Bild in eine Kupferplatte graviert wird. Sie ermöglicht feine Linienführung und Detailreichtum, typisch für alte kartografische Blätter.
Parerg
Ein ergänzendes dekoratives oder informatives Element einer Karte, etwa eine Nebenkarte, ein Maßstab oder erklärende Legenden. Es ergänzt das Hauptkartenfeld und erweitert dessen Aussage.
Lageplan (Polohopis)
Die Darstellung horizontaler Elemente der Landschaft – Siedlungen, Flüsse, Wege und Grenzen. Eine grundlegende Komponente der kartografischen Beschreibung eines Gebiets.
Portolan
Ein früher Typ von Seekarte mit dichtem Netz von Kurslinien. Diente der Navigation im Mittelmeerraum und entlang der europäischen Küsten.
Revers
Die Rückseite eines Kartenblattes. Bei alten Karten enthält sie häufig einen beschreibenden Text über die dargestellte Region, meist in Latein oder einer Volkssprache.
Stich (Rytina)
Sammelbezeichnung für grafische Techniken, die auf dem Gravieren in eine Druckplatte basieren. Grundlegende Drucktechnik der Kartografie vor der Einführung der Lithografie.
Topografische Karte
Eine Karte, die Gelände, Siedlungen und natürliche Elemente detailliert darstellt. Sie gilt als Vorläufer moderner Karten mit Fokus auf Genauigkeit und Maßstab.
Vedute
Eine detaillierte Ansicht einer Stadt oder Landschaft, häufig aus der Vogelperspektive. Sie steht an der Schnittstelle zwischen Kartografie und bildender Kunst.
Höhenrelief (Výškopis)
Die Darstellung vertikaler Geländeformen – Berge, Täler und Relief. In der historischen Kartografie oft schematisch oder symbolisch ausgeführt.
Geografisches Gradnetz
Ein System aus Breiten- und Längengraden zur Orientierung auf der Karte. Es wurde mit dem Fortschritt von Astronomie und Mathematik zunehmend präzisiert.