Beschreibung
Nicolas de Fer – Karte von Paris (1705)
Originale historische Karte
Titel: Huitieme plan de Paris divisé en ses vingts quartiers…/
Autor: Fer, Nicolas de, 1646–1720. La Mare, Nicolas de, 1639–1723.
Veröffentlicht: Paris : J.B. Cot, 1705.
Material: karte, Papier.
Format: 460 x 570 mm.
Beschreibung: dieser detaillierte Plan von Paris aus dem Jahr 1705 gehört zu den präzisesten kartografischen Darstellungen der französischen Hauptstadt zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Nicolas de Fer zeigt hier die Stadt, gegliedert in zwanzig Verwaltungsviertel, mit einer sorgfältigen Darstellung des Straßennetzes, der Blockbebauung, der Brücken, Plätze und öffentlichen Gebäude. Die Karte vermittelt einen wertvollen Einblick in die städtebauliche Struktur von Paris während der Regierungszeit Ludwigs XIV.
Die Seine erscheint als zentrale kompositorische Achse der Stadt, um die sich die dichteste Bebauung und die wichtigsten Institutionen konzentrieren. Die kartografische Zeichnung wird durch umfangreiche Textfelder mit Beschreibungen einzelner Stadtteile und administrativer Gliederungen ergänzt, was dem zeitgenössischen Streben nach Ordnung, Kontrolle und verwaltungstechnischer Übersichtlichkeit entspricht. Die Karte diente nicht nur der Orientierung, sondern auch repräsentativen Zwecken und zählt zu den Höhepunkten der französischen Stadtkartografie.
Das Werk ist ein typisches Beispiel dafür, wie historische Karten großer europäischer Städte technische Präzision mit Informationsreichtum und dokumentarischem Wert verbanden. Der Plan von Nicolas de Fer wird heute als bedeutende historische Quelle zur Erforschung der Entwicklung von Paris vor den großen städtebaulichen Umgestaltungen des 19. Jahrhunderts geschätzt.
Als hochwertige Sammlereditionen historischer Karten dokumentieren solche Werke die Entwicklung europäischer Stadtplanung und Kartografie der frühen Neuzeit.
Text: © AtelierEdition.
Bildquelle: © LOC, Washington.
Kartografische Begriffe
Atlas
Eine Sammlung von Karten, die als zusammenhängendes Werk in Buchform veröffentlicht wurde. In der frühen Neuzeit stellte sie eine Synthese des geografischen Wissens ihrer Zeit dar.
Chorografische Karte
Eine Karte, die ein konkretes Gebiet mit Schwerpunkt auf Ortsnamen und regionaler Gliederung darstellt. Sie steht zwischen der topografischen und der allgemeinen geografischen Karte.
Geografische Projektion
Die Methode zur Übertragung der kugelförmigen Erdoberfläche auf eine ebene Karte. Jede Projektion verzerrt bestimmte Eigenschaften wie Fläche, Entfernung oder Winkel.
Kartusche
Ein dekorativer Rahmen, der den Titel der Karte, den Autor, das Datum oder eine Widmung enthält. Ein bedeutendes Gestaltungselement alter Karten, oft reich verziert.
Mappa mundi
Mittelalterliche schematische Weltkarten, die geografische Darstellung mit religiöser Deutung verbinden. Sie streben keine Genauigkeit an, sondern eine symbolische und kosmologische Darstellung der Welt.
Kupferstich
Eine grafische Technik, bei der das Bild in eine Kupferplatte graviert wird. Sie ermöglicht feine Linienführung und Detailreichtum, typisch für alte kartografische Blätter.
Parerg
Ein ergänzendes dekoratives oder informatives Element einer Karte, etwa eine Nebenkarte, ein Maßstab oder erklärende Legenden. Es ergänzt das Hauptkartenfeld und erweitert dessen Aussage.
Lageplan (Polohopis)
Die Darstellung horizontaler Elemente der Landschaft – Siedlungen, Flüsse, Wege und Grenzen. Eine grundlegende Komponente der kartografischen Beschreibung eines Gebiets.
Portolan
Ein früher Typ von Seekarte mit dichtem Netz von Kurslinien. Diente der Navigation im Mittelmeerraum und entlang der europäischen Küsten.
Revers
Die Rückseite eines Kartenblattes. Bei alten Karten enthält sie häufig einen beschreibenden Text über die dargestellte Region, meist in Latein oder einer Volkssprache.
Stich (Rytina)
Sammelbezeichnung für grafische Techniken, die auf dem Gravieren in eine Druckplatte basieren. Grundlegende Drucktechnik der Kartografie vor der Einführung der Lithografie.
Topografische Karte
Eine Karte, die Gelände, Siedlungen und natürliche Elemente detailliert darstellt. Sie gilt als Vorläufer moderner Karten mit Fokus auf Genauigkeit und Maßstab.
Vedute
Eine detaillierte Ansicht einer Stadt oder Landschaft, häufig aus der Vogelperspektive. Sie steht an der Schnittstelle zwischen Kartografie und bildender Kunst.
Höhenrelief (Výškopis)
Die Darstellung vertikaler Geländeformen – Berge, Täler und Relief. In der historischen Kartografie oft schematisch oder symbolisch ausgeführt.
Geografisches Gradnetz
Ein System aus Breiten- und Längengraden zur Orientierung auf der Karte. Es wurde mit dem Fortschritt von Astronomie und Mathematik zunehmend präzisiert.